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21.07.2009 | von Raphael Schmitt

CHALLENGE ROTH

„Das war immer mein Traum einmal dort hochzufahren“

Es gibt Wettkämpfe da passt einfach alles. Die persönliche Einteilung des Rennverlaufs, die Tagesform und die Kulisse an der Strecke. Einen solchen Wettkampf erlebte bei der Quelle Challenge Roth die Groß-Gerauerin Nicole Best. In 9:31:02 Stunden war die 41 Jahre alte Kreisstädterin so schnell wie noch nie auf der Triathlon-Langdistanz unterwegs. Nach 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen lief sie als Achte des hochkarätig besetzten Frauenfeldes ins Ziel und konnte sich zudem als Vizemeisterin der deutschen Titelkämpfe hinter der 32 Jahre alten Koblenzerin Katja Rabe (9:25:43), die im Gesamtklassement nur einen Rang vor Best lag, feiern lassen.

„Ja, ich bin super zufrieden“, fasst Nicole Best das Rennen einen Tag später zwar kurz und bündig, aber immer noch ganz euphorisch zusammen. Fasziniert war die vielseitige Athletin vor allem von der Zuschauerkulisse am Solarer Berg. „Das war immer mein Traum einmal dort hochzufahren“. Des Öfteren war die Groß-Gerauerin bereits an diesem markanten Punkt auf der Radstrecke selbst als Zuschauerin vor Ort und war von der Atmosphäre überaus angetan. Bei ihrem Roth-Debüt genoss sie es sichtlich sich einen Weg durch die Menschenmassen zu bahnen. „Als ich oben ankam brannten meine Beine wie verrückt. Aber es war einfach unglaublich“, berichtet die sympathische Athletin voller Begeisterung.

Den Grundstein für ihr grandioses Rennen legte sie jedoch bereits beim Schwimmen im Main-Donau-Kanal. „Es gab überhaupt kein Gedränge“, so Best, die bei anderen Wettkämpfen schon so manche Hiebe und Schläge im Wasser von der Konkurrenz hatte einstecken müssen. Motiviert hat natürlich auch, dass sie am Schwimmstart direkt neben Männersieger Michael Göhner stand und die ersten Kraulzüge an seiner Seite absolvieren konnte. Bereits nach 55:54 Minuten kletterte die Athletin des StartNet-Team DSW Darmstadt aus den Fluten und beeindruckte einmal mehr mit einem überaus schnellen Wechsel. Lediglich 1:31 Minuten benötigte sie um den Neoprenanzug abzustreifen und in den Radsattel zu wechseln.

Auf dem Radkurs konnte sie dann mit Christine Waitz nahezu immer Blickkontakt halten und hatte so eine gute Orientierung im Feld. Zudem gab’s passende Unterstützung vom Streckenrand. Gut zwei Dutzend Bekannte und Freunde waren in Roth vor Ort. Auch Mutter Margarete Best ließ es sich nicht nehmen in Franken dabei zu sein und auch gleich noch als offizielle Helferin der Challenge aktiv zu werden. „Mit einem Helfer-T-Shirt ist der Zugang zu abgesperrten Bereichen, zudem umso leichter“, weiß die Groß-Gerauerin, die auch vor Kurzem beim Ironman in Frankfurt wieder - wie in den Vorjahren – mithalf.

Bei Tochter Nicole indes gestaltete sich in Roth einzig das Laufen etwas schwierig. „Vor dem zweiten Wendepunkt bekam ich Krämpfe in beiden Waden und musste langsamer laufen.“ Dennoch setzte sie die auf dem Rad begonnene Aufholjagd fort. Das belegen die Zeiten die am Ende zu Buche standen eindrucksvoll. 5:14:04 Stunden benötigte sie für die 180 Radkilometer, den Marathonkurs legte sie in neuer persönlicher Bestzeit von 3:18:10 Stunden zurück. „Der Zieleinlauf war so toll, dass ich alle Schmerzen vergessen habe“, fügt Nicole Best dann noch rasch an.

Und wie geht es jetzt weiter? Zunächst will sich die Kreisstädterin ein wenig Ruhe gönnen. Doch wer sie kennt, der weiß, dass sie wohl in wenigen Tagen schon wieder die nächsten Trainingseinheiten absolviert. „Das macht einfach Spaß.“ Was Wettkämpfe betrifft, so wird Best wohl dieses Jahr noch das eine oder andere Ligarennen für ihren Darmstädter Verein bestreiten und sicher auch hier erneut so manchen Profiathleten die Fersen zeigen.

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